500px-Schlaegel_und_Eisen_nach_DIN_21800_svg

BfUG Büro für Umwelt und Geologie

Diplom-Geologe Dr. Ralf Kröll

Liegen keine Anhaltspunkte für eine Verunreinigung vor, muss Erdaushub in der Regel nicht laboranalytisch untersucht werden. Sind aber Fremdstoffe wie Bauschutt, Schlacke, Asche, Straßenaufbruch oder Müll vorhanden, muss zur weiteren abfall- und umweltrechtlichen Bewertung eine Untersuchung des Materials durchgeführt werden. Dies gilt auch, wenn Hinweise auf eine Belastung mit Schadstoffen (zum Beispiel bei Heizöl- oder Dieselschadensfälle) vorliegen oder eine „schädliche Bodenveränderung“ nach der BBodSchV zu erwarten oder bereits vorhanden ist (Altlasten oder Altlastverdachtsflächen).Erdaushub aus einem Regenrückhaltebecken

Der Umfang der laboranalytischen Untersuchung richtet sich nach den bekannten oder vermuteten Belastungen. Bei einem Heizölschadensfall ist eine Bestimmung des Parameters MKW (Mineralölkohlenwasserstoffe) erforderlich, bei einem akuten Benzinschadensfall die Parameter BTXE (Benzol, Toluol, Xylole, Ethylbenzol). Bei einem unspezifischen Verdacht erfolgt eine „Paket“-Untersuchung auf die Parameterliste der LAGA M 20 TR Boden (2004). Betragen die Anteile an Bauschutt oder anderen mineralischen Fremdstoffen im Boden mehr als 10 %, wird das Material abfallrechtlich nicht mehr als Boden, sondern als Bauschutt angesehen. Bei höheren Fremdanteilen empfiehlt sich direkt eine Analytik auf die Parameter der Deponieverordnung (DepV 2009). Enthält der Bodenaushub Asbest (zum Beispiel Bruchstücke von Wellasbestplatten) auch nur in geringen Mengen, muss eine Einstufung als „asbesthaltiger Abfall“ vorgenommen und das Material beseitigt werden.

Die gemessenen Schadstoffkonzentrationen werden sogenannten Zuordnungswerten gegenübergestellt, die die mögliche (bauliche) Verwertung des Materials unter definierten Bestimmungen regeln. Die Zuordnung nach LAGA 20 erfolgt in die Einbauklassen Z-0, Z-1.1, Z-1.2 und Z-2. Wird der Zuordnungswert für Z-2 auch nur für einen Parameter überschritten, ist eine bauliche Verwertung nur noch in Ausnahmefällen möglich. Je nach Art der Schadstoffbelastung kann eine Verbringung in eine Bodenaufbereitungsanlage erfolgen. Sonst bleibt nur noch die Ablagerung auf einer Deponie möglich. Hierfür gelten die Zuordnungswerte der DepV, welche die Deponieklassen DK 0 (Erdaushubdeponie), DK I, DK II und DK III (Sondermülldeponie) unterscheidet.

In der folgenden Tabelle sind die in Rheinland-Pfalz gültigen Zuordnungswerte aufgeführt, welche sich im wesentlichen an den Werten der LAGA 20 Tab. II.1.4-5 und Tab. II.1.4-6 (1997) für Bauschutt und der LAGA 20 TR Boden (2004) orientieren. Für einige Parameter der DepV wurden in Rheinland-Pfalz ergänzende Werte eingeführt.

Ab welchen Schadstoffkonzentrationen das Material als „gefährlicher Abfall“ eingestuft wird und somit der Nachweispflicht unterliegt ist in der AVV bzw. der GefstoffV geregelt. Das Land Rheinland-Pfalz hat für bestimmte Parameter eigene Grenzwerte eingeführt.

Parameter

Einheit

Bauschutt RLP Infoblatt 25 & 26

Boden RLP Infoblatt 25 & 26

RLP

Deponieverordnung DepV (2009)

 

 

Z 0

Z 1.1

Z 1.2

Z 2

Z 0

Z 1.1

Z 1.2

Z 2

gef. Abfall

DK 0

DK I

DK II

DK III

1

2

3

4

5

6

3

4

5

6

7

8

9

10

11

EOX

Gew.-%

1

3

5

10

1

3

3

10

10

50

100

200

--

Glühverlust

Gew.-%

--

--

--

--

--

--

--

--

--

3

3

5

10

TOC

Gew.-%

0,5

--

--

--

0,5

1,5

1,5

5

5

1

1

3

6

Lipophile

Gew.-%

--

--

--

--

--

--

--

--

0,8

0,1

0,4

0,8

4

Arsen

mg/kg

15

--

--

--

15

45

45

150

150

250

500

1.000

--

Blei

mg/kg

140

--

--

--

140

210

210

700

700

2.000

3.000

6.000

--

Cadmium

mg/kg

1

--

--

--

1

3

3

10

10

60

100

200

--

Chrom ges.

mg/kg

120

--

--

--

120

180

180

600

600

2.000

4.000

8.000

--

Kupfer

mg/kg

80

--

--

--

80

120

120

400

400

3.000

6.000

12.000

--

Nickel

mg/kg

100

--

--

--

100

150

150

500

500

1.000

6.000

4.000

--

Thallium

mg/kg

--

--

--

--

--

2,1

2,1

7

7

20

50

100

--

Quecksilber

mg/kg

1

--

--

--

1

1,5

1,5

5

5

80

150

300

--

Zink

mg/kg

300

--

--

--

300

450

450

1.500

1.500

5.000

10.000

20.000

--

MKW 10-40

mg/kg

400

300

500

1.000

400

600

600

2.000

2.000

500

2.000

4.000

--

MKW 10-22

mg/kg

200

--

--

--

200

300

300

1.000

1.000

--

--

--

--

PAK 16 EPA

mg/kg

3

5 (20)

15 (50)

75 (100)

3

3 (9)

3 (9)

30

30

30

400

800

--

Benzo-a-pyren

mg/kg

0,6

--

--

--

0,6

0,9

0,9

3

3

--

--

--

--

LHKW

mg/kg

1

--

--

--

1

1

1

1

1

10

10

10

--

BTXE

mg/kg

1

--

--

--

1

1

1

1

1

6

25

50

--

Cyanide

mg/kg

--

--

--

--

--

3

3

10

10

150

250

500

--

PCB 6

mg/kg

0,1

0,1

0,5

1

0,1

0,15

0,15

0,5

10

1

5

10

--

pH-Wert

--

7-12,5

7-12,5

7-12,5

7-12,5

6,5-9,5

6,5-9,5

6,0-12

5,5-12

--

5,5-13

5,5-13

5,5-13

4-13

elektr.-Leitf.

µS/cm

1.000

1.500

2.500

3.000

250

250

1.500

2.000

--

--

--

--

--

DOC

mg/l

--

--

--

--

--

--

--

--

--

50

50

80

100

Fluorid

mg/l

--

--

--

--

--

--

--

--

15

1

5

15

50

Chlorid

mg/l

30

20

40

150

30

30

50

100*

--

80

1.500

1.500

2.500

Sulfat

mg/l

75

150

300

600

20

20

50

200

--

100

2.000

2.000

5.000

Cyanide

µg/l

5

--

--

--

5

5

10

20

--

--

--

--

--

Cyanide lfr.

µg/l

--

--

--

--

--

--

--

--

500

10

100

500

1.000

Phenolindex

µg/l

20

10

50

100

20

20

40

100

50.000

100

200

50.000

100.000

Arsen

µg/l

14

10

40

50

14

14

20

60*

200

50

200

200

2.500

Blei

µg/l

40

40

100

40

40

80

200

1.000

50

200

1.000

5.000

5.000

Cadmium

µg/l

1,5

2

5

5

1,5

1,5

3

6

100

4

50

100

500

Chrom ges.

µg/l

12,5

30

75

100

12,5

12,5

25

60

1.000

50

300

1.000

7.000

Kupfer

µg/l

20

50

150

200

20

20

30

100

5.000

200

1.000

5.000

10.000

Nickel

µg/l

15

50

100

100

15

15

20

70

1.000

40

200

1.000

4.000

Thallium

µg/l

0,7

--

--

--

0,7

--

--

--

--

--

--

--

--

Quecksilber

µg/l

<0,5

0,2

1

2

<0,5

<0,5

1

2

20

1

5

20

200

ZInk

µg/l

150

100

300

400

150

150

200

600

5.000

400

2.000

5.000

20.000

Antimon

µg/l

--

--

--

--

--

--

--

--

--

6

30

70

500

Barium

µg/l

--

--

--

--

--

--

--

--

--

2.000

5.000

10.000

30.000

Molybdän

µg/l

--

--

--

--

--

--

--

--

--

50

300

1.000

3.000

Selen

µg/l

--

--

--

--

--

--

--

--

--

10

30

50

700

wassl. Anteil

Gew.-%

--

--

--

--

--

--

--

--

6

0,4

3

6

10

Spalte 3: Bodenschutz und Abfallwirtschaft Infoblatt 25: Anforderungen an das Verfüllmaterial unterhalb einer durchwurzelbaren Bodenschicht bei bodenähnlichen Anwendungen, Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht, Juli 2007.

Spalten 4 bis 6: Bodenschutz und Abfallwirtschaft Infoblatt 26: Anforderungen an die Verwertung von Boden und Bauschutt bei technischen Bauwerken, Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht, Juli 2007.

Spalte 7: Werte zur Abgrenzung der Gefährlichkeit bei belastetem Boden und Bauschutt; Schreiben des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz vom 12.10. 2012, AZ.: 107-89 22-09/2009.

Spalten 8 bis 11: Zuordnungswerte für die Deponieklassen DK 0, DK I, DK II und DK III; Anh. 3 DepV vom 27.4.2009. Blau: Ergänzung der Zuordnungswerte der DepV für DK 0, DK I und DK II gemäß "Entscheidungshilfe für die Entsorgung von gefährlichem Boden und Bauschutt auf Deponien der Klasse I und II", Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht, 12.10.2009.

*bei natürlichen Böden: As 120 µg/l, Chlorid 300 mg/l.

Daten ohne Gewähr!

SAM_1710

Schlackeauffüllung unter einem Tennisplatz.

z (1)

Bruchstücke von asbesthaltigen Dachplatten auf Ackerboden.

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Wiederverwertung von belastetem Erdaushub und Bauschutt in einem Lärmschutzwall an einem Hafen.